Robert Steinhäuser Eltern

Robert Steinhäuser Eltern Wie Eltern von Amokläufern auf die Taten ihrer Kinder reagieren und wie sie mit ihrem Verdacht umgehen. Joachim Wille und Matthias Thieme Am 11. März 2009, genau um 11 Uhr Ortszeit, brach Ihre Welt mit halben Schuhen zusammen. Weiler zum Stein, eine kleine Straße in einem 70er-Jahre-Kiez. Die Polizei parkt vor dem Elternhaus von Tim K..

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Tim K. hat weniger als eine Stunde zuvor in Winnenden acht Schüler, einen Schüler und drei Lehrer erschossen. Der 17-Jährige lief in der Stadt Amok, während die Polizei ihre Sirene heulte. Drei weitere Menschen kommen auf der Flucht ums Leben, Tim K. wird mit einem Kopfstoß vor Gericht gestellt.

Nicht nur die 15 Familien, die am Morgen der Tragödie von ihren Kindern oder Partnern getrennt wurden, sondern auch die Eltern der Angreifer. Auch sie haben ein Kind verloren. Auch für sie ist nichts mehr wie vor diesem Tag. Die Eltern von Tim K. werden wie die Eltern anderer jugendlicher Risikoopfer mit der Frage konfrontiert: Sind sie schuld am Massaker?

Die Eltern von Tim K. sind verschwunden. Sie und Ihre 15-jährige Tochter verstecken sich an einem geheimen Ort, von dem nur die Polizei weiß. Ihr Haus war von einer Gruppe Journalisten besetzt worden. Auch vor den Nachbarn, die die Familie als wohlhabend und fröhlich beschreiben. Zwei Tage nach dem Mord war sie im Krankenhaus, um sich von ihrem Sohn zu verabschieden.

Sie sind untröstlich”, sagt Achim Bächle, ihr Anwalt. “Warum passiert dies?” fragte sie sich jeden Tag. Plant die Familie von Tim K. eine Rückkehr in ihre Heimat? Der Anwalt behauptet, dies sei noch unklar. Am Dienstagabend schickten die Eltern einen offenen Brief an die Öffentlichkeit. Sie drückten ihre Sorge um die Familien der Opfer aus und fragten sich: “Wie kann ich helfen?” „Warum wir seine Zurückhaltung und Frustration nicht bemerkt haben. Vor diesem erschütternden Ereignis waren wir eine typische Familie.“

Dasselbe sagen auch die Eltern anderer Terroristen, die in den letzten Jahren in Deutschland ums Leben gekommen sind. Bastian Bosse aus Emsdetten, Robert Steinhäuser aus Erfurt, Tim K. aus Winnenden in Mecklenburg, Felix D. aus Tessin in Mecklenburg und die beiden anderen Messer-Attacker von 2007: Sie alle stammten aus sozusagen „durchschnittlichen“ Familien.

Und doch kamen die Jungs irgendwann aus dem Holzwerk. Sind Amoktas Eltern Stolpersteine ​​für die Bildung ihrer Kinder? “Nein”, sagt Britta Bannenberg, Professorin für Kriminologie an der Universität Gießen, die sich mit Amokfalls beschäftigt, “das ist in dieser komprimierten Form völlig falsch.” Anscheinend mangelte es am Arbeitsplatz an einseitiger Bestrafung. „Die Täterfamilie ist genauso zerrüttet wie die Opferfamilie“, sagt der Experte.

Der Forscher hat mehrfach versucht, Kontakt zu den Eltern des Amokläufers aufzunehmen. Verärgert, anonym und über die Polizeiüberwachung. Aber nur wenige wollten reden. Weil sie starke Schuldgefühle hatte, schrie sie. Der Verlust der Eltern war laut Bannenberg besonders herzzerreißend, da sie möglicherweise eine Anleitung zur Verhinderung zukünftiger Bluttransfusionen gegeben hätten. Dabei sprachen sie über ihre Familien.

Der Vater von Tim K. ist ein erfolgreicher Geschäftsmann im Schaffe-Schaffe-Ländle. Die Leute in der Gegend bezeichnen ihn täglich als „den Letzten aus dem Büro“. Viel Freizeit schien für den Sohn nicht zu bleiben, aber er hatte reichlich materielle Ressourcen. Die Mutter berichtete der Polizei, dass ihr Sohn keine richtigen Freunde habe und sich mit Mädchen nicht gut auskenne. Zu meiner Schwester habe es „kein vertrauensvolles Verhältnis“ gegeben.

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Auch Medienberichte interessieren sich für die Hotelzimmergestaltung von Tim K. Der Spiegel will herausfinden, ob Tim K. zwei Zimmer mit Kickertisch und Computer hatte, in denen er gewohnt hat. Die Wände sind mit vereinzelten Nachbildern von Waffen bedeckt. Laut dem Erzähler gibt es viele sexuell explizite Bilder von Frauen in Computerspielen und Pornografie. Jeder andere als die Eltern und die Ermittler hatten Zugang.

Wie konnten die Eltern genau wissen, was ihr Kind tat, während es in seinem Maisonette-Ensemble unter dem Dach des Hauses war? Der Kriminologe Bannenberg will bei jungen Amokläufern ein Muster gesehen haben: In vielen Fällen waren die Kinderzimmer der Eltern schon lange vor dem Vorfall nicht mehr zugänglich.

Sie werden später oft „Dunkelhütten“ im Inneren entdecken, weil es so viel militärisches Gerede gibt. Pornografie, Counter-Strike und Bilder von Waffen gehören zu den Interessen normal entwickelter Teenager.

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Allerdings ist der Raum oft mit Bildern von Waffen und Mordwerkzeugen aller Art geschmückt, während Amokläufers zu Hause sind. Der Experte sieht die Spuren eines jungen Mannes, der sich seiner eigenen Stärke, Kraft und Männlichkeit nicht sicher ist.

Bannenberg: „Wir haben den Eindruck, dass die Bande zwischen den Vampiren und den Söhnen, die später Amokläufer werden sollten, nicht sehr eng sind.“ In vielen Fällen hatten die Ermittler den Eindruck, “wenn Väter und Söhne etwas gemeinsam gemacht hätten, hätten sie geschosse.

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